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Die vergessenen „Espinillo Indios“ im Gran Chaco
Die Trans–Chaco ist die Fernstraβe, die sich von der Landeshauptstadt Asunción über die Brücke Remanso, die den Río Paraguay überspannt, bis zur bolivianischen Grenze hinzieht. Diese Straβe verbindet schon seid einigen Jahren die Mennonitenkolonien des Zentralchacos mit dem Rest des Landes.


Die Indianer/ Indigenen des Gran Chaco ernähren sich überwiegend vom Jagen, Sammeln und Fischen. Die seit dem letzten Jahrhundert dort ansässigen weißen Siedler (Criollos) dagegen betreiben eine extensive Weidewirtschaft in Kombination mit Ackerbau. Die unterschiedlichen Lebensweisen führen dabei zu Konflikten, da durch die Rinder und Ziegen der Wald – die Lebensgrundlage der Indianer – zunehmend zerstört wird. Vielerorts sehen die Indianer deshalb ihr Grundrecht auf Nahrung verletzt. Der Lebensraum der Indianer ist bedroht.
Gäbe es die Trans- Chaco Straße nicht, wäre dieser kleine Indianerstamm der weitab der Zivilisation liegt schon längst nicht mehr am Leben – so kämpfen diese liebenswerten Menschen täglich ums Überleben.


Ute + Pia die Besitzerinnen des inklusiven, zauberhaften Speiserestaurants „Petit-Reina“ in Caacupe unterstützen schon seid einigen Jahren den Stamm der „Espinillo-Indianer“.
Im letzten Container, der voll beladen mit Hilfsgütern aus Deutschland kam, schickte unser Verein „Erste Hilfe aus zweiter Hand e.V“ viele Säcke mit gebrauchten Kleidungsstücken für die Kinder und Bewohner des Dorfes.

Am 27.Oktober 2008 war es soweit, das Kleidung sowie große Mengen von Lebensmitteln den Weg zum Stamm finden sollten. Freiwillige Helfer waren gefragt und auch gefunden, 4 Pensionsgäste, unser lieber Schweizer Freund Erich, unser Präsident Günter vom Verein hier in PY, seine Gattin + Krista die Vertretung des „Jefes“ waren angetreten.
Auf 4 Autos wurden morgens um 6 Uhr die Lasten verteilt und dann begann unser kleines Abenteuer.

Relativ zügig ging es durch Asuncion, Richtung Brücke Remanso, dann über den Rio Paraguay und dahinter erwartete uns schon der Chaco, eine endlose Weite, eine fast kerzengerade Straße fuhren wir Richtung Conception.


Nach ca. 3 Stunden bogen wir ab in Richtung „Pozo Colorado“ und dann hatten wir ca. 20 km Feldweg vor uns, wir hatten Glück ! obwohl es in der Nacht geregnet hatte, befand sich der Weg, abgesehen von ein paar Schlammlöchern in gutem Zustand, einige Behelfsbrücken mussten überquert werden, Pferde eingefangen und auf die richtige Weide gebracht, bis wir endlich im Dorf ankamen.


Kaum hatten wir die Autos verlassen wurden wir alle mit Handschlag von den Kids und dann den Erwachsenen begrüßt, der Stammesführer (Kazike) begrüßte Ute + Pia sehr herzlich und vertraute ihnen an, sie hätten schon solange auf sie gewartet.


Sofort wurde die Mini – Schule aufgesperrt und die Autos ausgeladen, Reis, Mehl, Zucker, Salz, Nudeln, Kekse, ganze Bananenstauden, Orangen, Terere (Tee) die ganzen Kleidersäcke und noch vieles mehr verschwand ruck zuck in der Schule.

Nora ein lieber Feriengast von Ute + Pia brachte aus D. diverse Geschenke mit Schreibstifte, Blocks etc. aber der absolute Hit war Seifenblasen !!!! die Kinder lachten, versuchten sie zu fangen, ich erinnerte mich an meine Kindheit und durfte auch ein paar Blasen fabrizieren und noch mehr lachten die Kids, als diese auf meiner Nase landeten. So etwas haben sie noch nie gesehen.

Ute erklärte dem Kazike die mitgebrachten Fieberthermometer, er erzählte er würde ein Blutdruckgerät benötigen, wir erfuhren das zurzeit 52 Familien im Dorf leben, 6 Familien hätten Arbeit und wären nicht anwesend. An die 200 Personen leben in diesem „Hütten-Dorf“, es gibt jetzt einen Brunnen, aus dem bräunliches Wasser kommt, aber die Espinillo sind darüber sehr glücklich.

In der Zwischenzeit versammelte sich das komplette Dorf vor der Schule – der Anstand erlaubte es ihnen nicht, sich sofort über die Geschenke herzumachen, sondern es wurde gewartet, bis wir das Dorf verlassen hatten. Begleitet von den Kindern und fröhlichem Winken traten wir unsere Rückreise an.

Mit Sicherheit wird ab heute gefeiert, Weihnachten, Ostern, Pfingsten alle Festtage zusammen und so manches Bäuchlein wird wohl etwas schmerzen, nachdem es monatelang nur das gekaute des Zuckerrohres gewohnt war.

Gegen 21 Uhr waren wir wieder Alle wohlbehalten zuhause angekommen, eine anstrengende, abenteuerliche Fahrt mit ca. 700 km lag hinter uns, die Eindrücke müssen wir erst in Ruhe verarbeiten, aber wir wissen wir kommen wieder, ihr habt bei uns jetzt Namen und Gesichter und seid nicht mehr die „vergessenen Espinillo vom Gran Chaco„ |
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