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Hilfsaktion bei den Espinillo - Indianern
Im Februar 2006 verbrachten wir 3 Wochen in Caacupé samt Umgebung und Dank neuer Bekannter, den Luckys, haben wir viele nützliche Informationen über das Land erhalten. Abgesehen davon, hat uns Paraguay auf Anhieb gefallen und uns war sehr schnell klar, dass wir hier leben möchten. In dieser Zeit erzählten uns die Luckys natürlich auch Einiges über den Chaco und den dort lebenden Indianern , leider war unser Aufenthalt zu kurz um eine Reise in diese Region zu planen. Am 25.6. sind wir dann mit einem One-Way-Ticket in Paraguay gelandet. Der Chaco war natürlich sofort wieder ein Thema zwischen den Luckys und uns, vor allen Dingen, weil die beiden noch einen kompletten Chaco-Film drehen wollen. Also sind wir direkt im Juli 2006 in den Chaco gefahren. Seitdem sind wir begeisterte Anhänger dieser Region und andererseits haben wir die Lebenssituation der Indianer kennen gelernt, die uns sehr betroffen machte. Die Zustände dort sind für jeden Europäer unvorstellbar.

Nach dieser Reise haben wir mit den Luckys und ihrer Mitarbeiterin über die schlechte Situation der Indianer diskutiert. Nach einigen Für und Wider entschlossen wir uns eine kleine private Hilfsaktion wenigstens für einige Indianer zu organisieren. Gesagt, getan und somit spendeten wir etwas Geld für einen Rieseneinkauf von Grundnahrungsmitteln, insgesamt kamen 550 kg Lebensmittel zusammen (Zucker, Reis, Nudeln, Borroto, Öl ect.). Die nächste Chaco Tour war für Ende August angesetzt. Die Lebensmittel fuellten wir als kleine Care-Packte ab.
Am 4.September um 4.00 früh war es dann soweit, wir fuhren los mit 2 Autos, Luckys vollgepackt mit Filmutensilien und unser Auto voll mit Lebensmitteln. Unser Ziel war Filadelfia, eine Mennonitenstadt weil Luckys dort einen Termin mit dem Chaco- Reporter der Zeitung „ABC“ vereinbart hatten. Er war über unsere Hilfsaktion unterrichtet und wollte uns zu beduerftigen Indianergruppen bringen. Als wir um ca. 11.00 Uhr ankamen und den Reporter trafen, brachte er uns zu einer Gruppe von Indianern, die am Stadtrand lebten. Bei unserer Ankunft wurden wir direkt von den Indianern „belagert“ und wir sahen, dass sie teilweise Handys besaßen, alle vorwiegend vernünftige Kleidung und Schuhe trugen und wir entschlossen uns die Lebensmittel nicht dort zu lassen, weil wir wirklich Ärmere kennen gelernt hatten, die nichts von dem besaßen und tagelang ohne Essen waren. Von dem Reporter erfuhren wir noch, dass die Indianer dort von der Prostitution und Gelegenheitsjobs leben. Unsere Entscheidung blieb bestehen, dort nichts zu lassen und unserem Gefühl nach, hat es dem Reporter nicht gefallen. Auf Günters Nachfrage, ob es nicht bedürftigere Indianer in der Umgebung gäbe, hat er uns dann ,etwas reservierter, an andere zuständige Mennonitenstellen verwiesen. Das Endergebnis war stundenlanges Warten in Filadelfia ohne Erfolg. Man erzählte uns dann, dass die anderen Indianergruppen, von den Mennoniten organisiert, keine Hilfe brauchen.
Leicht angesäuert und ohne Verständnis für diese Erklärungen machten wir uns auf den Weg nach Loma Plata um für eine Übernachtungsmöglichkeit zu sorgen. Beim Abendessen erzählten uns die Luckys, dass sie vor einem Jahr, durch Zufall bei einer Chaco-Tour, eine Indianergruppe gefunden haben, in der Nähe von Pozo-Colorado, einer anderen Region des Chacos. Das was sie berichteten hörte sich sehr interessant an und so beschlossen wir nächsten Tag, nach einigen Aufnahmen, diese Indianer zu suchen. Als wir nächsten Tag Richtung Concepción unterwegs waren, stellte sich die Suche etwas schwieriger dar. Immerhin waren die Luckys vor einem Jahr dort und im Chaco was wieder zu finden, ist nicht so einfach.
Nach einigem Hin- und Herfahren und Nachfragen und einem unwegsamen Chaco Weg, hatten wir sie dann endlich gefunden! Die Wiedersehensfreude der Indianer war wirklich groß und wir wurden sehr herzlich begrüßt. Günter erklärte den zuständigen Stammesführern unsere Hilfsaktion und wir wurden mit Dank überschüttet. Die ganze Atmosphäre hat uns sofort begeistert. Zu den 3 Stammesführern kam noch der Lehrer dazu und sofort begannen Gespräche zwischen uns über die dortige Situation , über weitere mögliche Hilfsaktionen und über die Aktivitäten die die Stammesführer selbst unternehmen um für ihre Leute eine bessere Situation zu schaffen. Man muss wissen, dass das Gebiet in dem sie leben sehr unfruchtbar ist, kein Anbau möglich ist und Wasserknappheit besteht, wie halt in vielen Regionen des Chacos. Von der paraguayischen Regierung gibt es keine oder kaum Hilfe.

Die Stammesführer haben dann mit uns die Verteilung der Pakete organisiert. 39 Familien leben dort und alle haben 1 Packet erhalten. Da zum Schluss noch Einige übrig waren, haben wir nochmals die Familien mit sehr vielen Kindern geholt, die dann noch ein Packet erhielten. Gebrauchte Kleidung, von den Luckys und der Familie unseres Hausmädchens, konnten wir auch noch überreichen. Die Dankbarkeit und Freude der Menschen war wirklich groß und wieder mal waren wir tief beeindruckt. Nach der Verteilung der Hilfsmittel haben wir den Stammesführern und dem Lehrer erklärt, dass wir versuchen werden, weitere Spenden zu organisieren. Aus den Gesprächen erfuhren wir, dass es einfach an Allem fehlt, seien es warme Sachen für den sehr kalten Chaco Winter, Schreibmaterial für die Schule und auch Medikamente.
Zu dem Zeitpunkt als wir dort waren, organisierten die Stammesführer eine Aktion um von dem zuständigen Ministerium Hilfe für ein Gesundheitszentrum zu bekommen. Die Verabschiedung war genauso herzlich, wie die Begrüßung und wir versprachen auf jeden Fall wiederzukommen. Wir hoffen sehr, dass wir mit unserer Hilfsaktion auch andere Menschen bewegen können etwas dazu zugeben um eine Direkthilfe leisten zu können.
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